Früher


Logo FS LublinDer Żuk wurde in der am 7. November 1951 eröffneten Fabryka Samochodów Ciężarowych (FSC) im polnischen Lublin hergestellt. Dort wurde anfangs der Pritschenlastwagen Lublin-51 als Lizenznachbau vom sowjetischen GAZ-51 sowie verschiedene Motoren hergestellt.

Der Lieferwagen Żuk gehört zu einer damals neuen Fahrzeugklasse: das Konzept eines wendigen Kleintransporters für den kleinen Warenverkehr (bis 3,5 Tonnen Gesamtgewicht) gab es vorher nicht. Warentransporte fanden vorwiegend mit leichten oder gar schweren Lastkraftwagen (LKW) statt.

Im Jahr 1959 startete die Produktion des Zuks in seiner heutigen Form. Die in Polen am Żuk maßgeblich beteiligten Ingenieure Stanisław Tański und Aloysia Skwarek legten Wert darauf, dass alle Teile selbst gefertigt wurden und nicht importiert werden mussten. So entstanden viele Zulieferbetrieben in der Region, u.a. auch das Motorenwerk in Andrychów (bekannt durch den Dieselmotor 4C90 „Andoria“). Ab 1973 wurden zusätzlich landwirtschaftliche Fahrzeuge im FSC Lublin produziert. Eine Zweigniederlassung in Węgrów fertigte ab 1976 weitere Żuks, hauptsächlich das Doppelkabinen-Modell A-16B. In Ägypten fertigte die ELTRAMCO den Zuk-Kleinbus als Ramses 12A. Der Zuk wurde in 31 Länder exportiert, darunter sind die Sowjetunion, Bulgarien, Ungarn, Jugoslawien, Tschechoslowakei, DDR, Schweden, Dänemark, Finnland, Belgien und Griechenland erwähnenswert.

Zuk A-03_bei Nacht

 

Mit dem Ende des realsozialistischen Wirtschaftswesens konnten die Produkte der Marke FSC Żuk langfristig im Wettbewerb nicht bestehen: Am 13. Februar 1998 verließ der letzte Żuk das Werk, es wurden insgesamt 587.000 Fahrzeuge dieses Typs gebaut. Das Unternehmen baute von 1993 bis 2004 eine Lizenzausgabe mit dem Namen Daewoo Lublin als Nachfolger. Der Dieselmotor 4C90 wurde weiterentwickelt und wird bis heute als 4CT90 weiter verwendet.

 

Es gab weitere Kooperationen mit anderen Fahrzeugherstellern (u.a. Peugeot) und im Jahr 2006 wurde wieder ein selbst entwickelter Lieferwagen vorgestellt: der Żuk Lubo. Das Unternehme ging jedoch am 15. Oktober 2007 (mittlerweile umfirmiert als INTRALL Polen) in die Insolvenz. Aus der Insolvenzmasse wurden zwei neue Betriebe gegründet: der Zulieferer Fiat Auto Poland und der Geländewagen-Produzent Fabryka Samochodów HONKER Sp. z o.o. Im Juni 2015 wurde bekannt, dass Volkswagen eine an den osteuropäischen Markt angepasste Version des VW-Bus T5 unter den Namen Żuk projektiert hatte. 

FSC Lublin

FSC Lublin, der Zuk-Nachfolger

 


 

Lieferwagen in Europa

Die europäischenMitbewerber“ des FSC Żuk, also Kleintransporter aus den 50er, 60er und 70er Jahren, waren in Ost und West anfangs ziemlich vergleichbar bezüglich Größe, Leistung, Zuladung und Verbrauch. Erst in den 70er Jahren wurde deutlich, dass ein Weiterentwicklung und ein Modellwechsel im real-sozialistischen Osten ausblieb, während westeuropäische Hersteller ihre Fahrzeugpalette modernisierten und neuere Modelle verkauften.

Żuk A-07

Żuk A-07

Der Żuk war seinerzeit durchaus vorzeigbar: seine hohe Zuladung und der relativ sparsame Verbrauch zeichneten ihn aus.


Diese Transporter sind in Europa zur gleichen Zeit wie der Żuk entwickelt und/oder gebaut worden:

 

  • Barkas B-1000 aus der DDR mit einem Dreizylinder-Zweitaktmotor aus dem Wartburg (gebaut von 1957-1991), zu Erleben bei www.nostalgietour.de

    Barkas B1000

    Barkas B-1000

  • der bundesdeutsche VW-Bus mit Boxer-Heckmotor beim Typ 1 (gebaut von 1950 bis 1967) bzw.

    VW-T1-Bully

    VW T1

  • der VW-Bus Typ 2 (gebaut von 1967 bis 1979),

    VW T2

    VW T2

  • der deutsche Opel Blitz (aus einem LKW als Blitz 1.9 weiterentwickelt ab 1960 – 1965 und in einer neuen Generation bis 1975) Opel Blitz auf der Messe 2016
  • der ebenfalls aus der BRD stammende Taunus Transit (gebaut von 1953 – 1966) und dessen in Großbritannien entworfene Nachfolger, der Ford Transit (2. Generation gebaut von 1965 bis 1978),

    Ford Transit 2

    Ford Transit 2

  • der bundesdeutsche Mercedes-Benz L319 (gebaut von 1956 bis 1968)
    Mercedes-Benz L319 Bus mit Panoramascheiben

    Mercedes-Benz L319 Bus mit Panoramascheiben

    Mercedes-Benz L319

    Mercedes-Benz L319

  • der Mercedes T1 (gebaut von 1977 bis 1995)
  • der Mercedes-Benz T2 (gebaut von 1967 bis 1986),

    Mercedes T2

    Mercedes T2

  • der westdeutsche Tempo Matador (gebaut von 1949 bis 1955)
  • der Tempo Wiking (gebaut von 1953 bis 1955)
  • der auf dem Wiking aufbauende Bus Tempo Rapid (gebaut von 1957 bis 1963)
  • der „Harburger Transporter“ ab 1967 von Hanomag / Hanomag-Hentschel und später Mercedes-Benz mit den Typenbezeichnungen F20, F25, F30 und F35 und als Mercedes-Benz L207, L306 und L307 (gebaut von 1965 (als Matador) bis 1977),
    Mercedes-Benz 207

    Mercedes-Benz 207

    Hanomag-206D-Camping

    Hanomag-206D-Camping

  • der französische Citroën Typ H bzw. HY (gebaut von 1947 bis 1981),

    Citroën Typ H

    Citroën Typ H

  • den russischen UAS (UAZ) 450 und 452 (gebaut ab 1958 bzw. 1965 bis ???),

    UAS-452

    UAS-452

  • der italienische Fiat 238 (gebaut von 1966 bis 1978)
    Fiat 238

    Fiat 238

    Fiat 238

    Fiat 238

  • der italienische Fiat 616 (gebaut von 1965 bis 1978)
  • der italienische Alfa Romeo 2 (gebaut von 1954 bis 1966)
  • die italienische Alfa Romeo F-Serie mit dem Modell F12 und (gebaut von 1966 bis 1983). Dieses Fahrzeug wurde in Spanien als EBRO F-Serie in Lizenz nachgebaut. Alfa Romeo F12 auf der Messe 2016
  • der französische Peugeot D4 (als Fortentwicklung des D3, gebaut von 1959 bis 1965)

    Peugeot D4

    Peugeot D4

  • der französische Peugeot J7 (gebaut von 1965 bis 1980),
  • der französische Renault Estafette (gebaut von 1959 bis 1980). Dieses Modell wurde als Dacia D6 in Rumänien in Lizenz gefertigt,

    Renault Estafette

    Renault Estafette

  • der polnische ZSD Nysa auf einer ähnlichen technischen Basis wie der Żuk (gebaut von 1958 bis 1994), mit den Modellen N57 bis N63, 501 und 503 sowie den weit verbreiteten 521 und 522.
  • der deutsche DKW-Schnellaster F89 und später Typ 30 und Typ 3 (gebaut von 1949 bis 1962),
  • der in Spanien bei IMOSA entwickelte, deutsche DKW F 1000 L (gebaut von 1964 bis 1955)
  • der TV 12 bzw. 14 aus Rumänien,
  • der tschechische Škoda 1203 (gebaut von 1968 bis 1999)
  • der rumänische Rocar T.V. (gebaut von 1958 bis 1996)
  • der sowjetische RAF-977 aus Lettland (gebaut von 1958 bis 1975)
  • der sowjetische RAF-2203 aus Lettland (gebaut von 1976 bis 1997)
  • der britische Morris JU 250 (auch Tikus oder Austin, gebaut von 1967 bis 1974),
  • der britische Morris J4 (und Austin J4) (gebaut von 1964 bis 1970),
  • der britische Bedford CA (gebaut von 1952 bis 1969) und sein Nachfolger,
  • der britische Bedford CF (gebaut von 1969 bis 1988)

    Bedford CF (umgebaut)

    Bedford CF (umgebaut)


Passend dazu gibt es hier noch ein paar Schnappschüsse von anderen Kleintransportern (full-size vans) von außerhalb Europas:

Ford E-Series (4 Generationen, 1961 – 2013)

Ford E-Series, 2. Generation

Ford E-Series, 2. Generation

Ford T-Series -> Transit

Chevrolet Greenbrier (Corvair, 1961-1965)

Chevrolet Van / GMC Vandura (1964 – 1996)

Toyota Hiace H10 (1967- 1977)

Toyota Hiace H20, H30, H40 (1977 – 1982)

ELTRAMCO Ramses 12A, der Nachfolger des Zuk-Lizenzbaus Ramses 12 (1965 – 1971)

 


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